Du musst nicht dazugehören

20. Juli 2016 at 16:45

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Schon als kleines Kind hatte ich das Gefühl anders zu sein.
Lange quälte mich das Gefühl, nicht reinzupassen.

In meiner Familie fühlte ich mich immer als zu sensibel,
was scheinbar Anderen das Leben schwer machte, und später in der Schule gab es zahlreiche andere Gründe, die mich von meiner Peer Group trennten.

Besonders deutlich wurde mein Anders Sein als ich in die 5. Klasse kam. Frisch zusammengewürfelte Klasse, lauter neue Gesichter, ich kannte genau eine Person aus der Grundschule.

Es vergingen nur wenige Wochen schon hatte ich unter den Jungs meinen Spitznamen „Grinsemonster“ gewonnen. Heute zurück blickend sehe ich das als Kompliment. Meine Freundlichkeit, mein Strahlen musste wohl besonders heraus gestochen haben um diese Auszeichnung zu verdienen.
Doch im Alter von 12 Jahren war mir die Fähigkeit, das versteckte Kompliment in dieser Hänselei zu sehen, noch nicht vergönnt.
Wann immer ich das Klassenzimmer verließ standen die Jungs in einer Traube an der Türe; aufgesetztes Gelächter folgte dem in meinen Ohren hallenden Kommentar: O-Ton:“s Grinsemonschder, hehehe“.

Dies war eine von vielen weiteren Hänseleien, die in mir das Gefühl nicht richtig zu sein, auslösten.

der Weg hier raus

Ich lernte, mich nach Menschen umzuschauen, von denen ich wertgeschätzt wurde und wo ich mich geliebt und angenommen fühlte.

Schon bald verbrachte ich meine gesamten Pausen mit Freunden aus anderen Klassen.
Das erstaunliche: ich war beliebt. :-), mein Wesen war geschätzt – und ich musste mich hier nicht verstecken, mit dem woran ich glaubte, wofür ich stand. Und: . . . .ich konnte soviel lächeln und lachen wie ich nur wollte und bekam es vielmals zurück.
Meine Geburtstage waren stets sehr begehrt und bekannt als Melting pot, wo die unterschiedlichsten Menschen einander begegneten; verschiedene Altersgruppen, Menschen von verschiedenen Schulen, von den unterschiedlichsten Hintergründen.

Damals war mir noch nicht klar, was mir heute sehr bewusst ist.
Du musst nicht dazugehören. (Du tust es bereits).

Wann immer du dich von einer Gruppe Menschen abgelehnt fühlst,
wisse, da draußen sind Menschen, die nur auf dich warten – und du wie das passende fehlende Puzzlestück bist.

Wir alle kennen es aus unserer Kindheit zu einer bestimmten hippen Clique dazugehören zu wollen.
Oder auch in späteren Jahren uns von unserer Vorstellung erzählen zu lassen, dort drüben wartet das Glück. Wir binden damit unseren Wert, unser Glück an andere Menschen, an äußere Umstände. Wenn wir dann herausfinden, dort nicht gut anzukommen, geht oft eine Welt für uns unter. Aber welche Welt? Ich glaube, es ist genau die Welt, für die du nie geboren warst zu stehen.

Du bist einzigartig, genauso, wie du bist.
Und wenn du es nicht bereits erkannt hast, dann ist jetzt der Moment:

Da draußen stehen aber Tausende Menschen, die dich genau so schätzen, wollen und lieben wie DU bist.

Wie immer, ich freue mich über deinen Kommentar unter meinem Artikel.
Wo wolltest du dazugehören?

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