ein Appell an den Künstler in dir

17. Oktober 2016 at 18:55

joyfulmusic

Kreativität egal in welcher Form kommt nicht von Perfektion sondern von Muse und Mut kommt.

Erlaubst du dir deine Muse zu leben?

Bist du mutig genug sie mit der Welt zu teilen?

Deine Kreativität ist heute mehr gefragt und gebraucht denn je. Nur wenige fassen den Mut und die DIsziplin wahrhaftig mit ihr in Begegnung zu gehen. Doch wisse, dass dein Voranschreiten dein Mut andere Menschen mutig macht.

Du tust es nicht nur für dich, sondern für eine Gesellschaft voller Menschen, die gestalten, anstatt schlafend zuzusehen.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich vor ca. 2 Jahren zwei Brüder und deren Musik entdeckte, die mit mir auf die Schule gegangen waren und Rap und Hip Hop in die Welt brachten.

Kurz darauf  kaufte ich mir deren Album in Freiburg, bei einer Freundin in der Wohnung lauschte ich den Klängen und Texten; ich war sofort verzaubert, nicht nur, dass ich die Musik mochte, sondern dass das was ich da hörte mich inspirierte und verführte meine Musik zu machen, meine Kreativität zu leben. Ich erinnere mich noch wie heute, dass als ich einen Song der beiden hörte, ich meinen eigenen Loop dazu sang und aufnahm. Ja es beflügelte mich die beiden  zu hören und vor allem auch zu spüren, wie sie aus einem einst kleinen Traum Wirklichkeit gemacht hatten. Wie sie Schöpfer ihrer eigenen Visionen wurden, sich benutzen ließen von etwas Größerem oder in anderen Worten, die Kreativität von der sie geküsst wurden nicht wieder nach Hause schickten, sondern sie empfingen und somit zu ihrer Herberge wurden und sie mit ihrem eigenen Potential bewirteten.

Ich erinnere mich auch, wie ich dachte und siehe, was diese Musik, dieses Album und das Gewahrsein von zwei Menschen, die da draußen unterwegs sind und mit ihrer Musik einen Unterschied machen; was diese Schöpfung in mir berührt und dadurch in Bewegung setzt, dass mich wiederum zu einem mutigeren und kreativeren Menschen macht, dafür hat es sich bereits gelohnt.

Mir war so klar, hätte diese Musik, diese Schöpfung nur mich verzaubert in diesem Moment, dann hat es sich gelohnt, dass diese zwei Menschen aufgestanden sind, ihrem inneren Ruf gefolgt sind und der Kreativität, die angeklopft hatte nicht wie so viele von uns gesagt hatten: „Sorry, keine Zeit, probiers später nochmal“ , sondern ihr ein Zuhause gaben, wo sie sich ausdrücken und entwickeln konnte.

Damals sagte ich zu mir: Amira so ist es auch mit deiner Musik, deiner Kreativität, wenn sie nur einen Menschen berührt, dann hat es sich schon gelohnt!!!!

und du wirst es schon ahnen, meistens verzaubert deine Kreation auch einen Zweiten ;-).

Ich hadere noch heute oft mit meinen Kreationen;
und ich denke das ist das Los des Künstlers.
Es braucht eine gewisse Zähheit da draußen zu bestehen und immer weiter zu gehen, deinem Herzen zu folgen und deine Kreationen perfekt oder nicht mit der Welt zu teilen.
Denn was ist schon perfekt?
Geht es nicht viel mehr darum einen Unterschied zu machen, über sich hinauszuwachsen und sich zu fragen, wie kann ich mit dem was mir gegeben wurde am besten dienen?

Dann ist es nicht mehr wichtig, ob jeder dich und deine Kunst mag, dann zählt, wenn du ein einziges Herz berührt und bewegt hast.

Ich hab schon viele „Niederlagen“ erlebt, glaub mir.
Doch Gott sei Dank lässt dieser tiefe innere Ruf und Wunsch in mir zu teilen, was in mir steckt mit alldem Schladerabatz (Zweifel, etc.) darüber einfach kein Ende.

Das ist gut so, denn auf eine Art lehrt mich dieser Ruf, viel viel „furchtloser“ zu sein.

Frei zu sein, von einem angehafteten Denken, dass sagt:“was du kreierst hat nur soviel Wert, wie deine Facebook Likes, o.ä.
Hab acht vor diesem Denken!

Besonders in einer Zeit der sozialen Medien kann diese Schlussfolgerung fatal sein und tötet jeden Keim der Kreativität in dir.

Wenn du dich dieser nörgelnden Stimme einmal hingibst, kannst du sicher sein, die Muse, wird sich den nächsten suchen und vielleicht lange nicht mehr anklopfen.

Deswegen haben auch so viele Künstler entschieden, ihre Kunst lieber gar nicht zu zeigen.

Aus Angst bewertet zu werden, verstecken sie ihre Kunst und ihr Potential im stillen Kämmerlein Zuhause und zeigen es ganz eventuell nur Auserwählten oder fangen gar nicht erst an etwas zu kreieren, denn dann kann meine Kunst ja auch nicht kritisiert werden.

Welch ein Verlust!

Das macht mich traurig. Ja, es ist wahr, das macht mich traurig.

Ich bin der Meinung, dass wir in der heutigen Zeit mehr denn je Künstler brauchen.

Und was verstehe ich unter einem Künstler?

Ein Künstler ist jemand, der etwas kreiert, was im ersten Augenblick zwecklos erscheint.

Es dient keinem höher, weiter, schneller.

Es dient nicht dem effizienter, intelligenter, genauer, leuchtender, besser etc. etc. (wie der allgemeine Tonus unserer heutigen Zeit ist).

Es dient simply der Freude am Moment.

Es dient dem Kreieren.

Es dient dem Ja sagen, zu dem Moment und den Ideen, die durch ihn hindurch fliessen wollen.

So wie das Spiel für das Kind einfach der Freude dient, ist es das Spiel mit der Muse, welches den Künstler verführt. So ist die Kunst für den Künstler ein Ausdruck seiner selbst, einfach um dessentwillen. Ein Ausdruck dessen, was ihn bewegt und die Fähigkeit dies in eine neue Form zu bringen, die es zuvor so noch nicht gab.

Und schauen wir tiefer.

Hat die Kunst eine ganz ganz tiefe Zweckmäßigkeit; denn was tut sie?

Sie weckt auf!

Sie macht neugierig.

Sie bringt dich in den Moment.

Sie fesselt dich,

entfesselt dich,

verzaubert und

berührt dich.

Sie berührt etwas in dir, das du zuvor selbst nicht hast gekannt.

Sie verwandelt.

Sie macht neugierig.

Sie macht dich hungrig nach mehr.

Sie erweckt eine Sehnsucht in dir.

Sie bringt Freude.

Sie bringt Wut.

Sie macht Angst

und

sie kann dich traurig machen.

In anderen Worten:

sie erinnert dich,

sie erinnert dich daran ein Mensch zu sein, der vergänglich ist in diesem Körper und dessen einziges Gut, dass er je besitzen wird dieser Moment ist.

 

In meinem Urlaub, auf meiner Reise in Südportugal dieses Jahr bin ich einem sehr bedeutenden Musiker begegnete. Bedeutend?

Für mich bedeutend, und wie ich sehen konnte für so viele, die seines Weges kreuzten und Momente des Hier Seins mit ihm teilten.

Er spielte Gitarre und sang.

Mit einer Kraft in seinem Auftritt, der die Menschen in den umgebenden Cafés ihre Kaffee Tassen absetzen ließ.

Eine Kraft, die heilt; eine Kraft, die transformiert.

Weil sie dich erkennt und uns erkennen lässt, das wir doch so unterschiedlich wir oft scheinen mögen, aus dem selben Stoff gemacht sind.

Ich sah Herzen, die sich öffneten.

Menschen, die stehenblieben, sich hinsetzten, ihre Augen schlossen und einfach da waren.

Manche nahmen ihn auf mit ihrer Handykamera mit dem inneren Impuls, diesen Moment ja nicht zu verlieren. Sie wollten mehr davon. Mehr von diesem Moment der Echtheit;

von einem Menschen, der den Mut hatte, sich einfach auf die Straße zu setzen und seine Seele zu zeigen, sein Innerstes. In Form dieser Musik; davon wollten sie mehr.

Jeder der anhielt und stoppte, ging verändert weiter. Was war die Veränderung? Er ging nun weiter mit einem Geschenk.

Ja es beschenkt Menschen wenn du und ich aufstehen und teilen, was uns von innen bewegt.

Es beschenkt Menschen, wenn jemand seiner Kreativität Ausdruck gibt und diese teilt.

Und wie Elizabeth Gilbert so schön sagt: dein Mut, macht andere mutig.

Und als nun der Straßenmusiker das Lied von Foreigner einstimmte: „I wanna know what love is“, war ich bereits zutiefst berührt und transformiert. Es war als sprach er für uns alle ein Gebet:

„Ich möchte wissen, was Liebe ist. Ich möchte, dass du es mir zeigst!“

Ist die Kunst hierfür nicht ein Anfang?

 


Ich möchte schon bald eine Gruppe gründen, wo wir im kleinen Rahmen unsere Kunst einander zeigen können unsere Sehnsucht als Künstlerin aussprechen und einander unterstützen mutiger zu sein.
Wenn du gerne dabei sein möchtest, schicke mir eine kurze Mail mit dem Betreff Künstlerin. Ich freu mich auf dich.

Was bedeutet es für dich ein Künstler/Künstlerin zu sein?

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